John Wilkes Booth stammte nicht nur aus der Schauspielerei. Er wurde hineingeboren. Insbesondere wurde er in die vielleicht prestigeträchtigste Theaterlinie im Amerika des 19. Jahrhunderts hineingeboren. Doch während sein Name aus den schlechtesten Gründen heute dauerhaft in die Geschichte eingraviert ist, wurde seine Familie einst für die besten gefeiert.
Die Booths waren wichtige Akteure im amerikanischen Theater. Sie waren nicht nur lokale Talente; es waren nationale Phänomene. Ihr Ruhm konkurrierte mit dem der größten Stars der Ära, eine Welt abseits der Backwater-Bühnen, auf denen viele Schauspieler festsaßen. Dies war keine Familie, die Schwierigkeiten hatte, aufzufallen. Sie dominierten die Bretter.
Junius Brutus Booth: Ein britischer Import
Alles begann mit Johns Vater, Junius Brutus Booth. Er war ein englischer Einwanderer, der den Atlantik überquerte und schnell zu einer wichtigen Figur des US-amerikanischen Theaters wurde.
Junius war nicht nur bekannt. Er war allgegenwärtig. Seine Popularität war so groß, dass ihn die damaligen Kritiker nur nach einem Mann an zweiter Stelle stuften: Edwin Forrest. Forrest war der Titan der amerikanischen Schauspielerei, der Typ, an dem alle anderen gemessen wurden. Nach Forrest Zweiter zu sein bedeutete, an der absoluten Spitze seines Berufs zu stehen.
Junius brachte eine gewisse Ernsthaftigkeit auf die Bühne. Er verließ sich nicht auf Tricks. Er verließ sich auf Präsenz. Und sein amerikanisches Publikum hat es aufgegessen. Er bewies, dass ein britischer Schauspieler in den USA nicht nur überleben, sondern auch die Nase vorn haben konnte.
Edwin Booth: Der größte Weiler
Wenn Junius die Säule war, war sein Sohn Edwin das Kronjuwel. Edwin Booth wurde ein berühmter Tragiker, ein Etikett, das Gewicht hat. Im 19. Jahrhundert war die Tragödie die höchste Form der Schauspielerei. Es erforderte Reichweite. Es erforderte Tiefe. Es erforderte die Fähigkeit, Ihrem Publikum in der Öffentlichkeit das Herz zu brechen.
Edwin hat es gemeistert.
Noch heute gilt er als einer der großartigsten Interpreten, die jemals William Shakespeares „Hamlet“ gespielt haben. Wir reden hier nicht von einer anständigen Leistung. Wir sprechen von einer endgültigen Version. Kritiker und Publikum hielten seinen „Hamlet“ gleichermaßen für den Goldstandard.
„Edwin Booth wurde ein berühmter Tragiker … und gilt als einer der größten Interpreten, die jemals William Shakespeares Hamlet gespielt haben.“
Dies war eine Familie, die Exzellenz definierte. Junius definierte den Blockbuster. Edwin definierte die Kunst. John Wilkes war der dritte Faden in diesem Talentteppich.
Die Tragödie von John Wilkes
Hier nimmt die Geschichte eine düstere Wendung. John Wilkes Booth war Teil dieser angesehenen Linie. Er hatte das Talent. Er hatte den Namen. Er hatte die Ausbildung.
Warum erinnert man sich also an sein Attentat?
Es ist eine Frage, die immer noch über den Bühnentüren der amerikanischen Geschichte hängt. Wie kann ein Mann mit solch einem prestigeträchtigen Stammbaum beschließen, das Erbe seiner Familie in einem einzigen Moment zu zerstören? Er war das schwarze Schaf. Der Verräter. Der Mann, der die Bühne gegen die Waffe eingetauscht hat.
Dennoch bleibt der Name Booth mit diesen beiden Giganten verbunden. Junius. Edwin. Es ist schwer, John Wilkes von der Masse ihrer Leistungen zu trennen. Er wurde in die Größe hineingeboren und entschied sich für die Schande.
Die Theater stehen noch. Die Stücke werden noch immer aufgeführt. Edwins Hamlet wird immer noch studiert. Johns Tat ist gerecht