Rückkehr der NASA zum Mond: Werden die Landeplätze von Artemis 4 von der Erde aus sichtbar sein?

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Die NASA bereitet sich mit dem Artemis-Programm auf die erste bemannte Mondlandung seit über einem halben Jahrhundert vor. Die am 1. April gestartete Mission Artemis 2 ist ein wichtiger Schritt zur Etablierung einer langfristigen menschlichen Präsenz auf dem Mond und zielt insbesondere auf die wissenschaftlich reiche Südpolregion ab. Aber werden diese neuen Landeplätze von der Erde aus sichtbar sein? Die Antwort ist kompliziert und um zu verstehen, warum das so ist, bedarf es eines Verständnisses der Mondmechanik und Beobachtungstechniken.

Warum der Südpol?

Im Gegensatz zu den Apollo-Missionen, die den Mondäquator erforschten, zielt Artemis auf den Südpol des Mondes. Diese Region ist von erheblichem wissenschaftlichem Wert, da es permanent schattige Krater gibt, die gefrorenes Wasser und andere flüchtige Verbindungen enthalten können, die für zukünftige Mondsiedlungen von entscheidender Bedeutung sind. Der Südpol bietet auch Zugang zu einigen der ältesten Gebiete des Mondes und bietet Einblicke in das frühe Sonnensystem. Die für 2028 geplante Mission Artemis 4 wird Technologien testen, die für einen nachhaltigen Mondbetrieb erforderlich sind.

Können wir es von hier aus sehen?

Der Mond ist durch Gezeiten an die Erde gebunden, was bedeutet, dass wir immer nur eine Seite sehen. Eine leichte Schwankung der Mondrotation (Libration genannt) ermöglicht es uns jedoch, etwas mehr als 50 % seiner Oberfläche zu sehen. Dieses Wackeln wirkt sich darauf aus, wie viel von der Südpolarregion sichtbar ist, aber selbst unter idealen Bedingungen sind die Artemis-4-Landeplätze aufgrund ihrer extremen südlichen Breite mit bloßem Auge schwer zu erkennen.

So finden Sie die Landezone

Wenn Sie ein Teleskop mit einer Öffnung von 6 Zoll oder mehr haben, können Sie während der Vollmondphase einen Blick auf die Region erhaschen. So sieht es aus:

  1. Tycho-Krater identifizieren: Ein heller, markanter Krater auf der Südhalbkugel, der bei Vollmond gut sichtbar ist.
  2. Verfolgung nach Süden bis Clavius: Lokalisieren Sie Clavius, einen der ältesten und größten Krater auf dem Mond. Bekannt wurde es durch Stanley Kubricks Film „2001: Odyssee im Weltraum“.
  3. Umzug zum Moretus-Krater: Moretus liegt südlich von Clavius ​​und ist an seinem zentralen Gipfel zu erkennen.
  4. Schauen Sie darüber hinaus: Die Artemis-4-Kandidatenlandeplätze sind um den Südpol unterhalb von Moretus gruppiert, obwohl bei günstiger Libration möglicherweise nur die nördlichsten Orte (wie der Nobelkrater und das Malapert-Massiv) sichtbar sind.

Die Vollmond-Challenge

Während der Vollmondphase sind die Schatten minimal, was die Lokalisierung des Südpols erschwert. Verwenden Sie stattdessen die Krater Tycho und Copernicus als Orientierungshilfen: Zeichnen Sie eine imaginäre Linie von Copernicus durch Tycho, und Sie befinden sich in der ungefähren Position des Mondsüdpols.

Warum das wichtig ist

Das Artemis-Programm stellt einen Wandel in der Monderkundung dar: von kurzen Besuchen hin zu einer nachhaltigen Präsenz. Die Lokalisierung dieser Landeplätze von der Erde aus ist nicht nur eine Beobachtungsaufgabe, sondern ein Beweis unserer Fähigkeit, bemannte Missionen auf dem Mond zu verfolgen und zu unterstützen. Das gestiegene Interesse an der Mondbeobachtung unterstreicht die wachsenden kommerziellen und wissenschaftlichen Investitionen in die Weltraumforschung. Während sich die NASA auf langfristige Mondoperationen vorbereitet, werden diese sichtbaren Orientierungspunkte für Kommunikation, Navigation und öffentliches Engagement von entscheidender Bedeutung sein.

Bei den Artemis-Missionen geht es nicht nur darum, den Mond erneut zu erreichen; Es geht ihnen darum, eine Zukunft aufzubauen, in der die Menschheit dauerhaft über die Erde hinaus Fuß fassen kann.