Die Europäische Weltraumorganisation (ESA) investiert in eine spezielle SpaceX-Crew-Dragon-Mission – das sogenannte „EPIC“-Projekt – um sicherzustellen, dass ihre Astronauten vor ihrer geplanten Außerbetriebnahme die Forschungs- und Betriebserfahrung an Bord der Internationalen Raumstation (ISS) maximieren. Der Schritt, der am 19. März nach einer Ratssitzung in der Schweiz angekündigt wurde, spiegelt eine proaktive Anstrengung wider, den zukünftigen Zugang für europäische Berufsastronauten zu sichern.
Sicherung des Zugangs während des ISS-Übergangs
ESA-Generaldirektor Josef Aschbacher betonte die Bedeutung der Mission für die Bereitstellung von Möglichkeiten für fünf Berufsastronauten, die kürzlich ausgewählt wurden, sich aber noch keine Langzeitflüge zur ISS gesichert haben. Derzeit haben nur zwei dieser fünf Astronauten ihre Einsätze auf der ISS bestätigt, wobei Sophie Adenot bereits im Rahmen der Crew-12-Mission von SpaceX im Einsatz ist. Die für Anfang 2028 geplante EPIC-Mission wird sicherstellen, dass die verbleibenden Astronauten wichtige Erfahrungen sammeln, bevor die ISS außer Dienst gestellt wird.
„Wir haben fünf Berufsastronauten, die ich in den nächsten Jahren fliegen möchte, und EPIC ist eine Möglichkeit, sicherzustellen, dass diese Berufsastronauten zur Raumstation gehen, dort forschen und sicherlich auch unsere Erfahrungen und unsere Arbeit auf der Internationalen Raumstation erweitern können.“ – Josef Aschbacher, ESA-Generaldirektor.
Missionsdetails und internationale Zusammenarbeit
Die EPIC-Mission wird vier professionelle Astronauten beherbergen, darunter sowohl ESA-Personal als auch internationale Partner, wobei die ESA in enger Abstimmung mit der NASA die operativen Aspekte leitet. Im Gegensatz zu jüngsten kurzfristigen privaten Missionen zur ISS werden EPIC-Astronauten einmonatige Aufenthalte absolvieren, die sich sowohl auf wissenschaftliche Forschung als auch auf wichtige Wartung, Reparatur und logistische Unterstützung der ISS konzentrieren. Dieser strategische Wandel stellt sicher, dass Europa eine starke Präsenz in der Weltraumforschung behält.
Warum das wichtig ist: Langfristige Strategie
Bei diesem Schritt geht es nicht nur darum, Astronauten ins All zu schicken; Es handelt sich um eine langfristige Investition in die europäischen Fähigkeiten im Zuge der Umstellung der ISS. Durch die Sicherstellung einer speziellen SpaceX-Mission verringert die ESA die Abhängigkeit von gemeinsamen Flügen und stellt sicher, dass ihre Astronauten das notwendige Fachwissen für zukünftige Weltraumbemühungen erwerben. Dieser proaktive Ansatz versetzt Europa in die Lage, eine führende Rolle bei der Erforschung und Nutzung des Weltraums nach der ISS zu spielen.
Das EPIC-Projekt ist ein klares Zeichen dafür, dass sich die ESA an die sich entwickelnde Weltraumlandschaft anpasst und in einer sich schnell verändernden Zeit der Erfahrung von Astronauten und der Einsatzbereitschaft Priorität einräumt.
