Was macht die PLATO-Sonde im Dunkeln?
Im Laborlicht scheint es wie eine einfache Schachtel. Das ist es nicht. Das ist das PLATO -Raumschiff der Europäischen Weltraumorganisation, das ruhig in der Maxwell-Testkammer sitzt. Am 24. Juli 2016 hat es eine Reihe kritischer Prüfungen bestanden. Die Mission? Um erdgroße Steine zu finden, die im Nichts schweben.
Wo ist die Maxwell-Testkammer?
Die Anlage befindet sich im Europäischen Weltraumforschungs- und Technologiezentrum in den Niederlanden. Im Inneren ist der Raum mit leitfähigem Metall ausgekleidet. Schaumstoffspitzen bedecken die Wände. Diese Spikes dienen nicht der Bequemlichkeit. Sie absorbieren elektrische Signale. Sie töten Geräusche. Sie blockieren elektromagnetische Felder. Das Ziel ist Stille. Absolute Isolation vom rauschenden Hintergrundrauschen der Erde.
Warum benötigt PLATO eine Prüfung der elektromagnetischen Verträglichkeit?
PLATO steht für PL anetare T transits und O scillations of S tars. Seine Aufgabe ist die Jagd auf terrestrische Exoplaneten. Felsige Welten. Kleine. Erdgroß oder kleiner. Dafür braucht es sensible Instrumente. Aber die Elektronik ist laut. Sie plappern. Sie mischen sich ein. Wenn ein System auf dem Schiff schreit, kann es sein, dass ein anderes taub wird.
Also schaltete das Team alles ein. Im abgeschirmten Raum hielten sie Ausschau nach Signalverlusten. Haben die Kameras mit der Stromversorgung kommuniziert? Haben sich die Drähte der Sensoren gekreuzt? Da alle Außengeräusche abgeschirmt sind, konnten sie sich einen klaren Überblick über die Leistung verschaffen. Keine Ablenkungen. Nur reine Datenintegrität.
Kann die Elektronik von Raumfahrzeugen störungsfrei funktionieren?
Die Erde ist chaotisch. Signale werden von allem reflektiert. Radiowellen, Mobilfunkmasten, WLAN – es ist eine Suppe aus Lärm. Empfindliche Weltraumausrüstung kann man hier nicht testen. Nicht wirklich. Um zu sehen, ob die Hardware tatsächlich funktioniert, braucht man die vakuumartige Ruhe der Testkammer. Wenn es hier scheitert, scheitert es dort draußen. Und einen Satelliten zu reparieren, sobald er die Umlaufbahn verlässt, ist … nun, es ist keine Option.
Die Schaumstoffspikes halten also die Leine. Sie ließen das Team überprüfen, ob PLATO den Sternen lauschen kann, ohne sich selbst summen zu hören.
Es ist ein kleiner Schritt. Nur eine Kiste in einem Raum. Aber da draußen, jenseits der Atmosphäre, ist diese Stille alles. Wir warten auf den Start. Auch die Sterne hören zu. Sind sie bereit für uns?


























