Forscher sind an der Oberfläche des Thwaites-Gletschers in der Westantarktis angekommen, einer Region, die für das Verständnis des globalen Meeresspiegelanstiegs von entscheidender Bedeutung ist. Das Team erreichte den Endpunkt des Gletschers – eine massive Eiswand, die in zwei durch einen schmalen Kanal getrennte Zungen gespalten war –, nachdem sie über Nacht hindurch navigiert war.
Positionierung für wissenschaftliche Bohrungen
Der aktuelle Standort des Schiffes ermöglicht den effizienten Einsatz der Ausrüstung, die für einen einmonatigen Bohrvorgang benötigt wird, wodurch kostspielige und zeitaufwändige Hubschrauberflüge minimiert werden. Diese durch präzises Segeln von Kapitän Kim erreichte Positionierung bringt das Team so nah wie möglich an die Bohrstelle auf Thwaites.
Uncharted Waters: Eine erste menschliche Ankunft?
Laut Dr. Lee ist dies möglicherweise das erste Mal, dass Menschen diese spezifischen Gewässer erreichen. Moderne Sonardaten zeigen, dass der Meeresboden in diesem Gebiet noch nicht kartiert ist, was darauf hindeutet, dass kein früheres Schiff hierher gefahren ist. Das Fehlen von Meereis – das vor Kurzem rund um die Antarktis Rekordtiefststände erreicht hat – ermöglicht diesen Zugang, unterstreicht aber auch die Beschleunigung des Klimawandels in der Region.
Eine sich verändernde antarktische Landschaft
Der Thwaites-Gletscher wird intensiv untersucht, da er bei einem Zusammenbruch das Potenzial hat, den globalen Meeresspiegel dramatisch anzusteigen. Der rasche Rückgang der Meereisbedeckung in der Antarktis ist nicht nur ein logistischer Vorteil für die Forscher; Es ist ein klarer Indikator für den Erwärmungstrend des Planeten. Die relativ ruhigen Bedingungen, selbst wenn verspielte Pinguine in der Nähe sind, stehen in scharfem Kontrast zur langfristigen Bedrohung des Gletschers.
Der Thwaites-Gletscher wird aufgrund seiner Größe und der Geschwindigkeit, mit der er schmilzt, oft als „Weltuntergangsgletscher“ bezeichnet. Sein Zusammenbruch könnte eine Kettenreaktion auslösen, die andere Gletscher destabilisiert und den Meeresspiegel um mehrere Meter ansteigen lässt. Die aktuelle Forschungsexpedition ist von entscheidender Bedeutung für das Verständnis der Prozesse, die diese Schmelze vorantreiben, und für die Verbesserung von Klimamodellen zur Vorhersage zukünftiger Auswirkungen.

























