Der Mars kann sich gegen das Leben auf der Erde verteidigen

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Jüngste Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass der Marsboden über einen natürlichen Abwehrmechanismus gegen terrestrische Mikroben verfügen könnte, was zu einer Art „umgekehrtem Krieg der Welten“-Szenario führen könnte. Diese Erkenntnis hat Auswirkungen auf die Bemühungen zum Schutz des Planeten und die Zukunft der Marskolonisierung.

Der unerwartete Abwehrmechanismus

Ein Team unter der Leitung der Penn State-Mikrobiologin Corien Bakermans setzte mikroskopisch kleine „Wasserbären“ (Bärtierchen) simuliertem Marsboden, dem sogenannten Regolith, aus. Ziel war es, die Machbarkeit der Umwandlung dieses kargen Bodens in fruchtbaren Boden für Pflanzenwachstum zu bewerten. Das Experiment ergab jedoch, dass eines der Regolithsimulanzien, MGS-1, die Bärtierchen schnell in den Ruhezustand versetzte und sie innerhalb von 48 Stunden effektiv abschaltete.

Diese hemmende Wirkung hing mit einer wasserlöslichen Verbindung in MGS-1 zusammen, deren genaue Natur noch unbekannt ist. Sobald der Regolith weggespült war, wurde er für die Bärtierchen weitaus weniger feindselig. Der Befund ist bedeutsam, weil er darauf hindeutet, dass der Mars möglicherweise bereits dafür gerüstet ist, einer Kontamination durch erdbasiertes Leben zu widerstehen.

Warum das wichtig ist

Die Sorge, andere Planeten mit Mikroben der Erde zu kontaminieren, ist ernst. Wenn Leben auf dem Mars existiert, könnte die Einführung terrestrischer Organismen es zerstören. Selbst wenn kein einheimisches Leben vorhanden wäre, würde eine Kontamination zukünftige Suchen nach außerirdischer Biologie unzuverlässig machen. Die Planetenschutzprotokolle der NASA verlangen eine extreme Sterilisierung von Raumfahrzeugen, um dieses Szenario zu vermeiden, und zielen darauf ab, dass die Wahrscheinlichkeit, Mikroben in eine andere Welt zu transportieren, bei eins zu 10.000 liegt.

Wenn der Mars jedoch über eigene Verteidigungsanlagen verfügt, könnten diese Protokolle gelockert werden, was künftige Missionen einfacher machen würde. Darüber hinaus könnten dieselben Verbindungen, die das Leben auf der Erde abstoßen, weggespült werden, um Ackerboden zu schaffen – ein entscheidender Schritt zur Gründung autarker Kolonien.

Von der Verteidigung zur Chance

Die Studie baut auf früheren Forschungsergebnissen auf, die zeigen, dass der Mars-Regolith von Natur aus giftig für lebende Zellen ist. Die Tatsache, dass diese Toxizität durch einfaches Waschen gemindert werden kann, weist auf einen Weg in die Zukunft hin. Der Mars hat Eis an seinen Polen und andernorts Permafrost, was bedeutet, dass eine Wasserentnahme zum Waschen des Bodens möglich ist.

„Wir suchen nach einer potenziellen Ressource für das Wachstum von Planeten als Teil des Aufbaus einer gesunden Gemeinschaft … aber wir prüfen auch, ob es im Regolith irgendwelche inhärenten schädlichen Bedingungen gibt, die zum Schutz vor Kontamination durch die Erde beitragen könnten.“ – Corien Bakermans

Letztendlich könnte die Chemie des Mars sowohl ein Hindernis für die Kontamination als auch ein Schlüssel zur Erschließung seines Potenzials für die menschliche Besiedlung sein.