Giftige Schönheit: Gefährliche Chemikalien in Haarverlängerungen

23

Eine bahnbrechende neue Studie zeigt, dass fast alle weit verbreiteten Haarverlängerungen Dutzende potenziell gefährlicher Chemikalien enthalten, was dringende Fragen zur Verbrauchersicherheit und zur Branchenaufsicht aufwirft. Forscher des Silent Spring Institute und des Southwest Research Institute testeten 43 beliebte Produkte und fanden in allen bis auf zwei gefährliche Substanzen. Dabei handelt es sich nicht nur um ein geringfügiges Problem: Es handelt sich um ein systemisches Problem, das überproportional schwarze Frauen betrifft, die wesentlich häufiger Extensions tragen (etwa 70 % im Vergleich zu 10 % in anderen Gruppen).

Der versteckte chemische Cocktail

Haarverlängerungen – oft als sicher oder sogar „ungiftig“ vermarktet – werden routinemäßig mit Chemikalien behandelt, um gewünschte Eigenschaften wie Flammwidrigkeit, Wasserfestigkeit oder antimikrobiellen Schutz zu erzielen. Allerdings gibt es derzeit kaum oder gar keine Vorschriften für diese Materialien. Die Studie nutzte einen breiten, „nicht zielgerichteten“ Ansatz, um so viele chemische Signale wie möglich zu identifizieren, und brachte eine beunruhigende Wahrheit ans Licht: 48 der entdeckten Chemikalien stehen auf der Liste der gefährlichsten Stoffe.

Zwölf davon fallen unter die kalifornische Proposition 65, was bedeutet, dass sie „bekanntermaßen Krebs, Geburtsfehler oder andere Fortpflanzungsschäden verursachen“. Noch besorgniserregender ist, dass in 36 Proben 17 mit Brustkrebs in Zusammenhang stehende Chemikalien gefunden wurden, von denen einige den Hormonhaushalt stören können. Außerdem wurden vier potenziell schädliche Flammschutzmittel entdeckt, selbst in Erweiterungen, die als „biobasiert“ vermarktet wurden, was darauf hindeutet, dass diese Chemikalien in späteren Herstellungsphasen hinzugefügt werden.

Organozinnstoffe und darüber hinaus

Besonders überrascht waren die Forscher, dass in fast 10 % der Proben Organozinnstoffe gefunden wurden. Diese Verbindungen, die häufig als Wärmestabilisatoren in PVC verwendet werden, verursachen nachweislich Hautreizungen – eine häufige Beschwerde unter Haarverlängerungsbenutzern. Angesichts der Tatsache, dass Verlängerungen über einen längeren Zeitraum nahe der Haut und den Atemwegen getragen werden, sind die Risiken einer Exposition erheblich, insbesondere bei Hitze, wodurch diese Chemikalien verdampfen und sich verändern können.

Warum das wichtig ist

Die mangelnde Transparenz in der Branche ist ein zentrales Problem. Unternehmen geben selten bekannt, welche Chemikalien sie verwenden, sodass Verbraucher sich der potenziellen Gesundheitsrisiken nicht bewusst sind. Dies ist besonders besorgniserregend für schwarze Frauen, die in der Vergangenheit systematisch mit der Vernachlässigung von Produktsicherheitsstandards konfrontiert waren. Wie die Hauptautorin Elissia Franklin erklärte: „Schwarze Frauen sollten sich nicht zwischen kulturellem Ausdruck, Bequemlichkeit und ihrer Gesundheit entscheiden müssen.“**

Der Handlungsbedarf

Während die Studie die gesundheitlichen Auswirkungen auf die Teilnehmer nicht maß, bestätigte sie, dass die chemischen Konzentrationen oft die empfohlenen Sicherheitswerte überstiegen (wie bei Dibutylzinn). Diese Forschung unterstreicht die dringende Notwendigkeit einer stärkeren Aufsicht, einer stärkeren Verantwortung der Hersteller und klarer Verbraucherwarnungen. Ohne Regulierung tappen Verbraucher im Dunkeln über die giftigen Chemikalien, denen sie sich aussetzen. Weitere Studien sind erforderlich, um die Expositionshöhen zu quantifizieren und festzustellen, wie unsicher diese Produkte sind, aber die ersten Ergebnisse sind bereits eine deutliche Warnung.