Früher zogen sie überall umher. Südchina war ihr Spielplatz, ein riesiges Gebiet, in dem sich zurückgezogen lebende Pflanzenfresser vor aller Augen verstecken konnten. Dann kamen die Netze. Die Fallen. Der Wunsch nach ihrem dicken, wertvollen Fell. Es folgte die Zerstörung von Lebensräumen und die Zerkleinerung der Wälder, bis es keinen Ausweg mehr gab. Heute gibt es nur noch etwa tausend wilde Große Pandas.
Es ist eine prekäre Existenz. Und doch bleiben sie bestehen.
Warum fressen Riesenpandas Bambus, wenn sie doch Bären sind?
Hier liegt der biologische Fehler, der Evolutionsbiologen schlaflose Nächte bereitet. Die Vorfahren des Großen Pandas (Ailuropoda melanoleuca ) waren Fleischfresser. Fleischesser. Raubtiere im klassischen Sinne. Aber irgendwann änderte sich die Speisekarte. Drastisch.
Sie tauschten rotes Fleisch gegen Stängel. Insbesondere der langsam wachsende, nährstoffarme Bambus.
Es macht metabolisch keinen Sinn. Ihr Verdauungstrakt ist immer noch auf Fleisch ausgelegt, nicht auf den Abbau von Zellulose. Sie können aus dem, was sie essen, nicht viel Energie gewinnen. Sie kompensieren also mit der Lautstärke. Ein Panda verbringt täglich zehn bis sechzehn Stunden mit Kauen. Nur kauen. Sie brauchen jeden Tag 9 bis 18 kg Bambus, um am Leben zu bleiben.
Wenn sie aufhören zu fressen, verhungern sie. So einfach ist das.
Um diese Quote zu erhalten, wandern sie umher. Ein typisches Revier umfasst 1,5 bis 2,5 Quadratmeilen (4 bis 6,5 Quadratkilometer). Für ein Tier, das so aussieht, als würde es lieber ein Nickerchen machen, ist das eine lange Strecke. Sie fressen diese große Fläche, weil der Bambus kaum Nährstoffe enthält. Sie müssen mehr essen, um genug zu bekommen.
Wo leben Riesenpandas in freier Wildbahn?
Im Flachland findet man sie nicht. Das sind Bergbewohner. Sie bleiben in Höhenlagen zwischen 1.525 und 3.050 m (5.000 und 10.000 Fuß). Der Lebensraum ist spezifisch: Laub- und Nadelwälder, dominiert von Bambus.
Südliches Zentralchina. Das ist die Reichweite.
Sie sind Einzelgänger. Zwei Pandas sieht man selten zusammen. Meistens ignorieren sie einander. Die einzige Möglichkeit, diese Isolation zu durchbrechen, ist die Paarung. Selbst dann ist es kurz.
Der einsame Panda kommt nur zur Paarung mit anderen zusammen.
Körperliche Merkmale des Großen Pandas
Sie sind groß. Nicht bärengroß wie ein Kodiak, aber massiv.
- Kopf- und Körperlänge : 1,2 bis 1,8 m (4 bis 6 Fuß)
- Schulterhöhe : 24 bis 32 Zoll (60 bis 80 cm)
- Gewicht : 165 bis 350 Pfund (75 bis 160 kg)
- Schwanzlänge : 4,5 bis 5,5 Zoll (11,5 bis 14 cm)
Das Fell ist dick und wollig. Unverzichtbar für die kalte Bergluft. Das Muster ist ikonisch, fast karikiert: schwarzes Fell an Ohren, Augenklappen, Schnauze, Beinen und Schultern. Überall weiß. Das Gesicht ist breit und rund, mit einer flachen Nase und abstehenden Ohren. Die Gliedmaßen sind kurz und



























